Aserbaidschan schlägt Baku als Ort für Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine vor und kritisiert die Minsk-Gruppe

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Am 26. Juli erklärte Hikmet Hajiyev, Assistent des Präsidenten Aserbaidschans, dass Aserbaidschan bereit sei, Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Baku auszurichten, sofern beide Seiten daran interessiert seien. Er hob die etablierte Rolle Bakus als diplomatischen Knotenpunkt hervor, da dort bereits hochrangige Gespräche zwischen der Türkei, Israel, Syrien, Russland und der NATO stattgefunden hätten.

Hajiyev kritisierte auch die OSZE-Minsk-Gruppe scharf und erklärte, sie solle wegen ihrer erfolglosen 30-jährigen diplomatischen Tätigkeit „auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden“. In Bezug auf den Friedensprozess zwischen Aserbaidschan und Armenien bekräftigte er, dass eine militärische Eskalation nicht auf der Tagesordnung stehe und dass die Bemühungen auf den Abschluss eines Abkommens konzentriert seien. Der Text sei zwar „sehr positiv“, aber es blieben noch ungelöste Fragen offen, wie beispielsweise die in der armenischen Verfassung verankerten Gebietsansprüche, deren Aufhebung Aserbaidschan fordert.

Zum jüngsten Abschuss eines Passagierflugzeugs der AZAL über Russland erklärte Hajiyev, Aserbaidschan erwarte von Russland, dass es die Verantwortung übernehme und für Gerechtigkeit sorge, und räumte ein, dass der Vorfall zu einer Verschärfung der Beziehungen geführt habe. Zum Zangezur-Korridor-Projekt erklärte er, die Entscheidung liege bei Armenien, während Aserbaidschan sich auf die Stärkung der Verkehrsverbindungen mit Georgien, Iran und Russland konzentriere. Abschließend forderte Hajiyev deutsche Unternehmen auf, ihre Aktivitäten im Südkaukasus zu verstärken, da Deutschland eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Transformation der Region spielen könne.

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