Georgien und Aserbaidschan stärken strategische Partnerschaft durch hochrangige Gespräche über regionale Stabilität, Handel und Energieprojekte

Am 22. Juli bekräftigten beide Seiten bei einer Reihe hochrangiger Treffen in Tiflis die langfristige Partnerschaft zwischen Georgien und Aserbaidschan und betonten ihre gemeinsamen Bemühungen um Stabilität im Südkaukasus. Während einer gemeinsamen Pressekonferenz unterstrichen die georgische Außenministerin Maka Botchorishvili und der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramov die Bedeutung politischer Stabilität und strategischer Zusammenarbeit für die Förderung der regionalen Sicherheit und des Wirtschaftswachstums.

In ihrer Rede betonte Botchorishvili die Bedeutung der politischen Stabilität in beiden Ländern für die Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen. „Wir haben immer betont, und ich möchte dies erneut bekräftigen, dass Georgien an der Gewährleistung der Stabilität in unserer Region interessiert ist und sich kontinuierlich für dieses Ziel einsetzt“, erklärte sie und hob die Ehre hervor, kürzlich ein trilaterales Treffen ausgerichtet zu haben, das einen wichtigen Beitrag zur Zusammenarbeit darstelle. Sie fügte hinzu: „In der aktuellen geopolitischen Lage dient die politische Stabilität in Georgien und Aserbaidschan dem Schutz unserer gemeinsamen Interessen. Wir müssen unsere Beziehungen weiter stärken, dabei die nationalen Interessen unserer Länder berücksichtigen und das vorhandene Potenzial effektiv nutzen.“

Jeyhun Bayramov unterstrich den Wert gemeinsamer Projekte und erklärte, dass diese nicht nur zur nationalen Entwicklung, sondern auch zum Wachstum der gesamten Region beitragen. „Großprojekte, die unter gemeinsamer Beteiligung unserer Länder durchgeführt wurden, haben nicht nur einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung Aserbaidschans und Georgiens geleistet, sondern auch zur gesamten Region“, erklärte Bayramov. Er hob wichtige Initiativen wie die Ölpipeline Baku-Tiflis-Ceyhan, den Südlichen Gaskorridor und die Eisenbahnstrecke Baku-Tiflis-Kars hervor. Bayramov wies darauf hin, dass Aserbaidschan mit Investitionen in Höhe von insgesamt 3,6 Milliarden US-Dollar ein wichtiger Investor in Georgien ist, und betonte auch die Bedeutung einer Ausweitung der Zusammenarbeit im Bereich der alternativen Energien. Er erwähnte ein Projekt zum Transport von grüner Energie aus dem Kaspischen Becken über Georgien und das Schwarze Meer zu den europäischen Märkten.

Zum Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan erklärte Bayramov, dass dieses Thema während seiner Gespräche mit Botchorishvili ausführlich erörtert worden sei. Er äußerte sich vorsichtig optimistisch, erklärte jedoch: „Leider hat Armenien seine Verpflichtungen noch nicht erfüllt.“ Als Haupthindernisse für einen dauerhaften Frieden nannte er die territorialen Ansprüche Armeniens und die fortgesetzten Aktivitäten der Minsk-Gruppe der OSZE. Botchorishvili bekräftigte ihrerseits die Unterstützung Georgiens für Frieden und Stabilität in der Region und erklärte, Georgien verfolge den Dialog zwischen Armenien und Aserbaidschan aufmerksam und hoffe auf ein Friedensabkommen.

Im Rahmen seines offiziellen Besuchs traf Jeyhun Bayramov auch mit Shalva Papuashvili, dem Präsidenten des georgischen Parlaments, zusammen. Papuashvili unterstrich die Widerstandsfähigkeit der georgisch-aserbaidschanischen Beziehungen angesichts globaler Herausforderungen und bezeichnete sie als langjährig und erfolgreich. Darüber hinaus traf Bayramov mit dem georgischen Präsidenten Micheil Kavelashvili und Premierminister Irakli Kobakhidze zusammen. Bei diesen Gesprächen bekräftigten beide Seiten ihre strategische Partnerschaft und betonten die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs auf hoher Ebene und der Zusammenarbeit bei gemeinsamen Infrastruktur- und Energieinitiativen, der Entwicklung des Mittleren Korridors und der regionalen Friedenssicherung.

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