Paschinjan fordert Neuwahlen zur Ablösung des Oberhaupts der armenischen Kirche angesichts sich vertiefender Spaltung

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In einer deutlichen Eskalation des anhaltenden Konflikts zwischen dem armenischen Staat und seiner Kirche erklärte Premierminister Nikol Paschinjan am 3. Juli, dass Neuwahlen für das Amt des Katholikos aller Armenier, des Oberhaupts der Armenisch-Apostolischen Kirche, abgehalten werden müssen.

In einer Erklärung auf seiner Facebook-Seite stellte Paschinjan die Autorität des derzeitigen Oberhaupts, Katholikos Garegin II., direkt in Frage und argumentierte, die Führung der Kirche habe das Vertrauen der Bevölkerung verloren.

Paschinjans Aufruf folgt unmittelbar auf die jüngsten Proteste gegen seine Regierung, die von der kirchlichen Führung unterstützt wurden und Paschinjan zum Rücktritt aufforderten. Unter Verweis auf den Höhepunkt dieser Proteste stellte Paschinjan fest, dass nur etwa 1.500 Geistliche und Bürger erschienen seien, als die Glocken der Mutterkirche von Etschmiadsin – dem spirituellen Zentrum der Kirche – läuteten, um Anhänger zu versammeln. Der Premierminister präsentierte diese geringe Beteiligung als eindeutigen Beweis für das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den politischen Ambitionen der Kirche.

„Es gibt keine andere Option“, erklärte Paschinjan und stellte die geringe Teilnehmerzahl als klares Mandat für den dringenden Rücktritt von Katholikos Garegin II. (mit weltlichem Namen Ktrich Nersisyan) von seinem Amt dar.

Paschinjan zog Parallelen zu vergangenen Ereignissen und erinnerte daran, dass der Katholikos während der politischen Unruhen von 2020 bis 2021 ebenfalls den Rücktritt seiner Regierung gefordert hatte. Er argumentierte, dass die darauf folgenden vorgezogenen Parlamentswahlen, die von der internationalen Gemeinschaft als frei und fair anerkannt wurden, als öffentliches Referendum gedient hätten. Laut Paschinjan zeigten die Ergebnisse ein klares Vertrauensvotum für seine Regierung und umgekehrt ein Misstrauensvotum für die Kirchenführung.

Die jüngste Erklärung des Premierministers stellt eine beispiellose Herausforderung für die Autorität des Katholikos dar und signalisiert eine Vertiefung der Kluft zwischen der politischen Regierung Armeniens und einer religiösen Institution, die seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle für die Identität der Nation spielt.

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