Russischer Botschafter warnt: Armeniens Westbindungen schaffen Herausforderungen für Beziehungen zu Moskau
Am 6. Februar erklärte Sergej Kopyrkin, der russische Botschafter in Armenien, im Fernsehsender Rossija 24, dass Armeniens Annäherung an den Westen und seine breitere Diversifizierung der außenpolitischen Beziehungen neue Herausforderungen für die Beziehungen zwischen Moskau und Jerewan schaffen.
Während des Interviews betonte Sergej Kopyrkin: „Wir wissen, dass die EU derzeit eine feindselige Politik gegenüber der Russischen Föderation verfolgt und ihren Partnern im Allgemeinen offen signalisiert, dass sie diese Politik unterstützen müssen, einschließlich Sanktionen. Natürlich schafft dies neue Herausforderungen für unsere Beziehungen und erfordert einen sehr vernünftigen, ausgewogenen und klugen Ansatz von beiden Seiten sowie strategische Weitsicht“. Er fügte hinzu, dass sich die bilateralen Beziehungen an diese neuen Realitäten anpassen müssten.
Der Botschafter merkte an, dass Moskau offen für Diskussionen über eine mögliche Beteiligung Russlands am Projekt „Trump-Route“ (TRIPP) bleibe, insbesondere angesichts der laufenden Zusammenarbeit zwischen Russland und Armenien im Eisenbahnsektor. Er fügte hinzu, dass Russland die Entwicklungen rund um das Projekt „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ genau beobachte.
In Bezug auf Armeniens Position zur Mitgliedschaft in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) erklärte Sergej Kopyrkin, dass Russland Armenien trotz jüngster öffentlicher Äußerungen hochrangiger armenischer Beamter, die auf einen eingefrorenen Status hindeuten, als vollwertiges OVKS-Mitglied betrachtet. Er betonte, dass der OVKS-Rahmen kein „eingefrorenes“ Format vorsehe und dass es keinen alternativen zuverlässigen Mechanismus zur Gewährleistung der regionalen Sicherheit gebe. Er fügte hinzu: „Was die Probleme betrifft, die bei der Interaktion mit der OVKS aufgetreten sind, so denke ich, dass wir innerhalb der OVKS immer gemeinsam und partnerschaftlich Lösungen finden können, einschließlich Kompromissen bei den aufgelaufenen Problemen“.
Der Botschafter stellte ferner fest, dass die Europäische Union zunehmend militarisiert sei und eine offen antirussische Politik verfolge, was nicht ignoriert werden könne. Er erklärte, dass es unter den derzeitigen Umständen schwierig sei, über eine EU-Mitgliedschaft Armeniens zu diskutieren, obwohl die Republik aktiv EU-Standards umsetze. Sergej Kopyrkin bekräftigte, dass ein EU-Beitritt Armeniens und eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) unvereinbar seien, und erinnerte daran, dass die armenische Führung bereits angedeutet habe, dass letztendlich eine Wahl getroffen werden müsse, von der er hoffe, dass sie „auf der Grundlage der echten Interessen Armeniens und des armenischen Volkes getroffen wird“.
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